
36 Wandersleute machten sich am 1. Adventssonntag bei wechselhaften Wetter mit der Bahn auf den Weg in die lothringische Metropole Metz zum Besuch des dortigen Weihnachtsmarktes.
Beeinflusst durch eine gelungene Mischung aus französischen Gourmetspezialitäten und deutscher Weihnachtstradition erstreckt sich der stimmungsvolle Markt über 5 verschiedene Plätze der historischen Altstadt.
Doch führte WF Rudolf Schmillen die Teilnehmer nicht nur zu den jeweiligen Weihnachtsmarktständen, sondern er schlüpfte unterwegs auch in die Rolle eines Stadtführers. Sehenswürdigkeiten wie das Kaiserviertel „Quartier Imperial“, das Konzerthaus „ Arsenal“, die evangelische Stadtkirche „ Temple Neuf“, das Stadttheater „Opera-Théâtre“, der Stephansdom „ Cathédrale Saint-Etienne“ und das deutsche Tor „Porte des Allemands“ waren Stationen beim Stadtrundgang, die erläutert und -wenn möglich-auch besichtigt wurden.
Zu Beginn auch über die Geschichte der Stadt referierend, brachte Rudolf die rund 1000 Jahre währenden territorialen Machtkämpfe zwischen Deutschland und Frankreich um das Gebiet Elsaß-Lothringen ins Gespräch. Allein in der Stadt Metz wechselte in diesem Zeitraum 6x die Staatshoheit, was als ein Paradebeispiel für eine komplexe binationale Geschichte angesehen werden kann.
Heutzutage ist Metz mit seinen 120.000 Einwohnern eine bedeutsame Verwaltungs- und Kulturmetropole, stark geprägt durch eine mittelalterliche Gotik (Kathedrale), französische Stadtplanung (Altstadt), neoklassizistische deutsche Architektur (Bahnhof) sowie zeitgenössische Baukunst ( Museum Centre Pompidou).
Am Endes des Tages kehrten alle Teilnehmer froh gestimmt aus dieser geschichtsträchtigen Stadt nach Hause zurück. Es bleibt der Eindruck, dass die Stadt Metz nicht nur für eine schmerzhafte Vergangenheit steht, sondern auch ein leuchtendes Beispiel ist für eine gelebte europäische Idee.
Text von Rudolf Schmillen, Fotos von Rita Becker